Ich bleibe noch

Nachdem ich hier auf dem Wohnmobil Stellplatz Peniche so gut stehe und mir die Gegend wirklich gefällt, habe ich mich entschieden noch ein paar Tage hier zu bleiben. Vorerst habe ich meinen Platz bis 3.2. reserviert.

Kleinkunst

Die vergangene Nacht war ziemlich windig aber ansonsten angenehm ruhig. Durch die Böen wurde ich immer wieder in den Schlaf geschaukelt. Am Morgen bin ich dann mit dem Rad los. Peniche liegt  ca. 60 Kilometer unterhalb Nazaré auf einer Landzunge. Der Wind bläst heftig an der Küste. Beim Radfahren wird man hin und her gedrückt. Der Sand fühlt sich auf der Haut an wie ein Peeling. Der südliche Zipfel der Landzunge führt direkt in ein modernes Neubaugebiet mit einigen Hochhäusern. Im nördlichen Teil liegt die Altstadt mit dem neuen und alten Hafen.

Die Altstadt mit ihren engen Gassen hat mich an Marco Polo erinnert. Die Wäscheleinen hängen von einem zum anderen Haus. Frauen liegen an den Fenstern und halten mit der Nachbarin gegenüber einen Plausch. Herrlich friedlich sieht es hier aus. Irgendwann bin ich dann etwas hinter der Altstadt auf eine Straße gestoßen, die scheinbar mal die Einkaufsstraße war. Einige Läden sind noch offen, aber die Ecke hat wohl ihrer beste Zeit hinter sich. Aber es ist immer noch ein reges Treiben. Und dann sehe ich die Markthalle in der die Fischer und Bauern aus der Gegend ihre Waren verkaufen. Da ich mit dem Rad unterwegs bin und kein Schloss dabei habe, entschließe ich mich, diesen Ort noch einmal ohne Rad zu besuchen. Ich muss eh noch einmal hier her, weil meine NOS Internetkarte nur noch bis Samstag gültig ist.

Die Festung von Peniche aus dem 17. Jahrhundert diente lange als Schutz gegen Angriffe vom Meer. Während der Diktatur des „Estado Novo“ (1933-1974) diente die Festung von Peniche als Gefängnis. Heute ist hier  laut Reiseführer ein sehenswertes Museum, das aber derzeit geschlossen ist.

 

 

Peniche

Aus meinem Reiseführer

Ursprünglich war Peniche eine Insel nahe der Küste. Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung seit dem Neandertaler. Die ersten Menschen lebten hier in Höhlen und insbesondere vom Fischfang. Seefahrer aus dem Antiken Griechenland und Phönizier siedelten später hier. 

Die Römer intensivierten den Fischfang und stellten hier Amphoren zur Konservierung der Fische her. An den Felsen der Berlengas wurden zudem eine Vielzahl römischer Schiffswracks gefunden, die von reger Handelstätigkeit zeugen. Im Mittelalter wurde Atouguia da Baleia (baleia zu deutsch Wal) insbesondere durch den lukrativen Walfang zum bedeutendsten Ort, zu dessen Verwaltungskreis Peniche gehörte. Ab dem 15. Jahrhundert bildete sich eine natürliche Landverbindung zwischen Peniche und dem Festland heraus.

  • Die Festung der Stadt Peniche wurde zwischen 1557 und 1570 errichtet.
  • Die Barock- und Mutterkirche Igreja de Nossa Senhora da Ajuda ist die älteste der Stadt aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.

Der Stellplatz ist wirklich Hammer. http://www.asapeniche.pt

Alles bequem zu Fuß zu erreichen. Lidl, Intermarché, Altstadt, Küste direkt vor der „Haustür“.

 

 

 

 

Was für eine Nacht

Nix, aber auch wirklich garnix hat die Nachtruhe gestört.

Also ich habe ja schon auf einigen Platzen übernachtet. Ob offizielle Stellplätze, an Schwimmbädern, Campingplätzen oder an Friedhöfen. Aber selten hatte ich so eine Ruhe wie hier.

Den Platz kann ich wärmstens empfehlen. Mafra N38° 56′ 1.975″ W9° 19′ 34.597″ I LIKE 😉

Der Plan für heute: Nach dem lockeren Anlaufen des Morgens, werde ich mir meine leichte Jacke überziehen und mal nach Mafra spazieren. Laut der Reiseführer, die ich gestern gelesen habe, hat die Stadt einiges zu bieten.  Aber es stimmt nicht immer was im Reiseführer steht. Heute Morgen wollte ich noch einen Kaffee trinken und mir die Stadt anschauen. Außer dem riesigen Bauwerk, das eine Mischung zwischen Schloss, Kloster oder Palast ist, hat die Stadt kaum was zu bieten. Im Zentrum sind einige kleine Geschäfte und Cafés. Selbst im Tourismusbüro, bei dem ich nachfragte, wo, was zum besichtigen ist, konnte man mir nichts nennen. Der Prachtbau ist im Moment geschlossen und kann nicht besichtigt werden.

So entschließe ich mich noch am Stellplatz die Entsorgung zu nutzen und dann nach Peniche zu fahren. Die Stellplatzbewertung hört sich super an. Und laut Reiseführer soll die Küste auch sehr interessant zu sein.

Gegen 14 Uhr erreiche ich den Platz. Die Koordinaten in der Campercontact App sind nicht korrekt. Aber nach etwas suchen habe ich dann die Schilder die zum Platz führen gefunden.

Der Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck und vom Preis von 5 Euro ohne Strom kann man auch nichts sagen. Freies Internet, einen Platz mit mehreren Grills, Bänken und Tischen Ein Waschplatz für Wohnmobile mit Bühne, um die Wohnmobildächer sauber zu bekommen, ist auch am Platz. Und sogar ein Tennisplatz gehört dazu. Echt toll.

Aber noch beeindruckender ist die Küste.