Abschied von der Algarve

 Mit einem blutenden Herzen habe ich mich heute von der Felsen Algarve verabschiedet.  Aber nicht ohne noch einmal zum Cabo de Sao Vicente zu fahren. Noch einmal so richtig durchblasen lassen . Einmal noch den irren Wind genießen.

Nach einigen Seufzern bin ich dann über die mir bereits bekannte N 120 bis nach Sines gefahren. Dort ist ein Stellplatz (Clifftop Parking) N37°51`0" W8°47´41″, den man bei Campercontact so lobt. Auf den ersten Blick ist der Platz nicht schlecht. Ebene geteerter Stellfläche, etwas abseits der Strasse hinter einem Wohnhaus . Allerdings ist ca. 100 Meter hinter dem Platz eine große Fabrik. Das könnte aber auch eine Müllverbrennungsanlage sein. Auf jeden Fall riecht es ziemlich unangenehm. Der Strand ist in Sichtweite und bequem zu erreichen. Allerdings ist der Sandstrand wohl ziemlich verschmutzt. Im Sand sind viele dunkle Ablagerungen. Das könnten Ölreste oder sonstiges sein. Nein, da möchte ich jetzt nicht drüber nachdenken. Auf jeden Fall bin ich wieder weiter. Der nächste Platz sollte in Sines beim Intermarché sein. Mein Navi führt mich „absolut pflichtbewusst“ durch die engsten Gassen zum LIDL. Irgendwie spinnt das Gerät, ich wollte zum INTERMARCHÉ.  Gott sei dank ist der Markt auch mit Schildern gut beschrieben. Der Markt hat eine Servicestation, Tankstelle und eine Waschanlage. Ich nutze also einfach mal alles. Morgen ist Sonntag und ich habe keine Lust irgendwo ohne Diesel zu stehen. Das Auto sieht auch wieder aus wie eine Sau und, wenn man schon mal Service für lau hat, sollte man ihn auch nutzen. Aber übernachten möchte ich hier nicht. Es ist eine ziemlich trostlose Ecke. Also wieder weiter. Der nächste Stellplatz soll laut App bei Santo Andre sein. Lagos da Santo André. N38°6´50″ W8°47´46″.  Also auf . Bei den Koordinaten angekommen, soll ich nach rechts in den Feldweg einfahren. Mal wieder so ein Wald und Wiesen Platz. Aber bevor ich in den Weg fahre, sehe ich 30 Meter weiter einen „echten“ Campingplatz. Und siehe da, 8,80 Euro inkl. Strom Duschen und Toiletten. Ich fahre den Platz an. Ist ja Samstag und man kann sich auch mal was gönnen.

Der Platz ist im Moment von maximal 10 Dauercampern belegt. Die Wohnwagen rundum sind nicht bewohnt. Die Nacht hier wird sicher göttlich ruhig 🙂

 

Die Felsenküste der Algarve

Nur das Rattern mancher Autos über das Kopfsteinpflaster, hat meinen Schlaf in den Morgenstunden etwas gestört. Ansonsten einfach super. Man kann das Rauschen des Windes und die Brandung hören, manchmal weiß man nicht was gerade lauter ist.

So steht auch schnell die Entscheidung fest, noch etwas hier an der felsigen Algarve zu bleiben. Im Reiseführer wird die Praia da Arrifana als Wellenreiter Hotspot angepriesen. Somit steht dieser Strand schon mal auf der Liste der Orte die ich besuchen möchte.

Und was in meinem Reiseführer steht, stimmt 😀

Aber zuerst einmal zur Fahrt an diesen Strand. Die war mal was besonderes. Gleich 3 mal werde ich bei dieser Fahrt von der Polizei kontrolliert. Liegt wohl an meinem verwegenen Aussehen und der coolen Sonnenbrille. 😎

Dann sehe ich noch zwei mal das Google Earth Auto, das scheinbar gerade neue Aufzeichnungen von Portugal macht. Bin mal gespannt, ob ich mich irgendwann bei Google Earth finde.

Der Strand von Praia da Arrifana entpuppt sich eher als riesengroße Bucht mit einem herrlich breiten Sandstrand. Wellen von bis zu 3 Meter donnern in diese Bucht ein und Wellenreiter versuchen diese Wellen zu bezwingen. Ein tolles Schauspiel, das sich da bietet.

 

 

Und wie das an so einem Hotspot ist, man ist nicht allein. Ein paar Jungs aus Hamburg versuchen zwischen den Wohnmobilen ihren Lenkdrachen steigen zu lassen. Ein vom Kopf bis zu den Füssen tätowierter Brite mit ultra cooler Sonnenbrille wagt sich ganz knapp an die Felskante. Und ein älteres Ehepaar ärgert sich über diese Jugend.

Von dort aus fahre ich noch mal nach Lagos um meine LPG Flasche zu füllen. Erst überlege ich kurz den 3 Euro Platz zu nutzen, um in Lagos zu bleiben. Aber wenn man für lau am Meer stehen kann, ist das eigentlich kein Option. Also weiter.

Auf dem Weg nach Sagres, halte ich noch am Intermarché an und mache eine Maschine Wäsche. Für 4 Euro ist die 40 Grad Wäsche in 31 Minuten erledigt. Und für noch mal 4 Euro ist die Wäsche in 40 Minuten auch trocken. Was will „MANN“ mehr.

 

 

 

Sagres

Die Nacht in Lagos war ziemlich ruhig. Aber am Morgen dann doch sehr kalt. Ich hatte am Abend vergessen die Heizung auf 2 zu stellen und morgens musste ich dann meinen Tribut dafür zollen. Bei gerade mal 11 Grad musste ich mich unter meiner Decke raus quälen um die Heizung höher zu drehen. Das war so was von abartig 😀

Mein heutiger Plan sieht folgendermassen aus.

Frühstücken, duschen, aufräumen und dann ins knapp 30 Kilometer entfernet Sagres fahren. Dort am Leuchtturm ist der Westlichste Ort Europas. Bevor ich den Leuchtturm anfahre, sehe ich noch den Sandstrand Praia de Beliche N 37°134.4" W 8°5744.9″ . Da muss man einfach anhalten um diesen atemberaubenden Blick zu geniessen.

Der Wind bläst so stark, das ich die Tür mit einem Expander sichern muss. Aber es ist traumhaft. Manchmal weiss ich echt nicht mehr wie ich diese schönen Ecken noch beschreiben soll. Man muss es mal gesehen haben.

Wenig später sehe ich dann den roten Leuchtturm , der über die felsigen Mauern hinweg sein Licht von südwestlichsten Punkt Europas ausstrahlt. Man kann direkt vor dem Leuchtturm am Strassenrand und auf ausgeschilderter Parkfläche parken. Bevor ich zum Cap gehe werfe ich erst einmal ein paar ehrfürchtige Blicke in die hohen Wellen die am Fuss der 60 Meter hohen Steilwand in die Felsen schlagen und diese seit Jahrtausenden aushöhlen.

Leider ist der Leuchtturm zur Zeit nicht zur Besichtigung freigegeben. Ich hätte gerne den Blick von ganz oben gehabt. Ein Rudel Strassenhunde liegt faul in der Sonne. Obwohl der Wind ganz schon heftig bläst. Man kann echt nich sagen aus welcher Richtung er gerade kommt. RUNDUMWIND.

Von hier aus fahre ich wieder ins Landesinnere. Aber bei Praia de Beliche muss ich wieder halt machen. Es ist zu schön. 😀

Als Übernachtungsplatz habe ich den Wohnmobilstellplatz Sagres auserkoren N 037°0´16.1″ W008°56´41.2″ .Es sind schon einige Wohnmobile und MiniBusse dort. Auch Surfer nutzen den Stellplatz scheinbar als Basis. Der Stellplatz ist gerade mal 200 Meter vor der Fortaleza de Sagres. Eine alte Festungsanlage die bis 1460 die Seefahrerschule Heinrich des Seefahrers beherbergt haben soll (So steht es mal in meinem Reiseführer.