Viana do Castelo

Jaaaa, ganze 50 Kilometer gefahren. Aber nicht am Stück ;-).

Beim Intermarché in Mazarefes N 41.68035 W 8.76631 musste ich einen Zwischenstopp einlegen. Der Intermarché hat einen angegliederte Servicestation und 3 kostenlose Stellplätze. Eine sehr günstige Tankstelle, 2 Waschmaschinen 18 kg /8 kg und einen Trockner. Waschen ist angesagt. Die Wäsche ist in 24 Minuten gewaschen und in 40 Minuten getrocknet. was will „MANN“ mehr?? Ach ja, einkaufen kann man da auch noch. Es ist Sonntag und der Intermarché ist gut besucht. Die angeschlossene KFZ Werkstatt und Autowäscherei (Handwäsche) ist auch geöffnet.

Dann geht es weiter in das noch gerade mal 6 Kilometer entfernte Viana do Castelo.

Viana do Castelo ist eine Stadt in Portugal und die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts und des Kreises in der Region Nord von Portugal. Die Stadt liegt nördlich der schlauchartigen Mündung des Flusses Rio Lima in den Atlantik.

Der Stellplatz ist genau zwischen dem kleinen Industriehafen und dem Fischerhafen. Es handelt sich um einen geteerten, gemischten Parkplatz. Im Fischereihafen liegt die Gil Eannes. Ein Museumsschiff das für einen kleinen Obolus besichtigt werden kann. 

Und heute ist dort Karneval. Groß und Klein strömen zu dem Festumzug. Und weil ich ja so auf Karneval stehe, bleibe ich im Wohnmobil, lege die Wäsche zusammen und schaue Olympia.

Die Stadt hat einen historischen Stadtkern, durch den ich natürlich auch gebummelt bin.

Das ist heute wohl der letzte Tag in Portugal. Bis zur Grenze sind es nur noch ca. 30 Kilometer.

Vila do Conde

Gestern bin ich 98 Kilometer vom Cais do Bico nach Vila do Conde gefahren. Die LPG Gasflasche ist leer und der Grauwassertank voll. Das heißt also erst einmal eine Servicestation finden und eine LPG Tankstelle. Im nördlichen Portugal ist das nicht so leicht. Hier ist das Land ehr industriell geprägt. Porto , ist eigentlich meine Etappenziel. Aber je näher ich der Stadt komme, um so sicherer bin ich, dass ich die Stadt schnell umfahre. Die Hektik und den Stress brauche ich nicht. Und so wurde die Kleinstadt Vila do Conde mein Etappenziel.

Beim Einfahren in die Stadt sehe ich schon ein großes Gebäude das sehr imposant aussieht. Der Stellplatz auf dem ich stehe, ist ein gemischter Parkplatz der überwiegend von Wohnmobilen genutzt wird.

Blick aus dem Wohnmobil

Die Ave (Ein Fluss der ein paar hundert Meter hinter dem Stellplatz ins Meer fließt) schlängelt sich gegenüber des Platzes durch sein Flussbett.

Etwa hundert Meter neben dem Stellplatz gastiert ein Wanderzirkus. Man hört und sieht nichts von den Tieren. Die Nacht ist trotz der Nähe einer Durchfahrtsstraße, sehr ruhig und ich habe super schlafen.

 

Am Morgen dann ein toller Sonnenaufgang. So macht aufstehen Spaß.

 

 

 

Loja De Turismo Interativa De Vila Do Conde
3 Mast Segler, ein Ausstellungsstück des Nau Quinhentista Museum
Karmelitinnenkloster Santa Clara in Vila do Conde.

 

 

Von den Bergen zum Meer – Murtosa

Ganz 163 Kilometer bin ich heute gefahren.

Die Nacht in diesem verschlafenen Bergdorf war  sehr angenehm. Nur den Kaffee den ich gestern Nachmittag noch getrunken hat, hat mich die halbe Nacht wach gehalten. Also ich dann endlich eingeschlafen bin, war ich wieder im Bergwerk. Ich hoffe ja das diese Träume irgendwann nachlassen.

Nach den Frühstück bin ich dann durch diesen traumhaft schönen Nationalpark Richtung Coimbra gefahren. Immer an der Baumgrenze entlang, schlängelte sich die kaum befahrene Straße. Die Aussicht auf kleine weiße Dörfer lud ein zum verweilen. Aber, wenn man dann die Autotür öffnet und den eiskalten Wind spürt, überlegt man es sich drei mal, ob man wirklich ein Foto machen möchte.

Nach fast einer Stunde Fahrzeit, änderte sich das Bild schlagartig. Ein Strecke von 10 bis zwanzig Kilometer durch ein Tal in dem, durch einen Waldbrand, fast alles zerstört war. Kaum ein Baum , der nicht angegriffen war. Die Bäume sahen aus wie verbrannte Zahnstocher. Häuser die man nur noch abreißen kann. Die Felsen am Straßenrand, alle mit Ruß geschwärzt. Und der Anblick über Kilometer.  Nicht vorzustellen, wie das Feuer hier gewütet haben muss. Wie viele Existenzen hier zerstört worden sind.

Mein Navi führt mich trotz der 3,8 Tonnen Einstellung mal wieder über „gewöhnungsbedürftige“ Strassen. Nur gut, dass es nette Dorfbewohner gibt, die mich durch die Gassen winken 😉

Am Ende passt es immer und ich komme unbeschadet am Stellplatz Murtosa an.

Murtosa liegt in einer Lagune in der die Fischer mit Stangen den Seetang abernten. Ansonsten gibt es hier nichts. Geschichtliches gibt es auch nichts besonderes hier außer, dass im 13. Jahrhundert Fischer mit ihrer Arbeit gestartet sind.

Ich stehe mit drei anderen Wohnmobilen direkt am Wasser. Es gibt schlechtere Stellplätze 😉

 

 

 

 

 

Zum Torre

Die Nacht auf dem Stellplatz Coimbra wurde durch einen scheinbar irren Biker morgens gegen 4 Uhr unterbrochen. Der Biker schoss mit extrem hoher Drehzahl am Stellplatz vorbei. Und dann konnte man ihn noch fasst 5 Minuten hören. Und dann kam er wieder zurück. Entweder hatte er Liebeskummer oder er hatte extreme Suizid Gedanken. Wenn man bei Minus Temperaturen so heizt, denke ich ehr an das zweite.

Morgens verlassen dann bereits um 6 Uhr die ersten Wohnmobilisten dann auch fluchtartig den Platz. Ich war gegen 9 Uhr weg. Heute habe ich mal wieder ein große Tour vor mir. WIRKLICH. Der erste geplante Stop ist der Torre. Der Torre ist der höchste Berg in Portugal und hat sogar einen Sessellift.

Die Auffahrt ist fantastisch. Die Straße ist gut ausgebaut, hat aber auch einige Spitzkehren. Die Temperatur fällt zusehend. Im Tal waren es 6 Grad und auf dem Gipfel -5 Grad.

Manche sind auch wirklich mutig

Nachdem ich mir auf dem Gipfel mein Mittagessen geniessen konnte, bin ich den geplanten Stellplatz in Unheil da Serra angefahren.

Der Platz wird in der App sehr gelobt. Und ja, er ist wirklich super. Der liegt zwischen den Berge und ist abseits der Dorfstrasse. Die Parzellen sind mit Kieselsteinen markiert und eben. Es gibt eine Wasserstelle, bei der man kostenlos mit der Gieskanne seinen Wassertank auffüllen kann. Dann sind noch 2 Grillstellen vorhanden und eine Toilette. Die Dorfmitte ist ca. 200 Meter entfernt. Dort gibt es auch eine Bäckerei und eine Metzgerei. Bei einem Spaziergang entdecke ich noch ein kleines Café, das ich dann auch noch besuche.

Die Nacht wird hier bestimmt sehr ruhig. Aber die Heizung muss die Nacht durchlaufen.

Coimbra

Ich halte mich kurz. Coimbra ist eine Universitätsstadt, von der ich mehr erwartet habe. Der Stellplatz ist stark frequentiert. Die Stellflächen sind eben und es gibt eine schöne Sicht auf den Fluss der durch die Stadt läuft.

Die Templerburg in Tomar

Gestern Abend bin ich noch einmal los gezogen, um mir die Basilika von Fátima bei Nacht anzuschauen. Es hat sich wirklich gerechnet. Es waren kaum noch Menschen an diesem bezauberndem Platz.

Hier noch eine kleine Fotoshow meines Abendspaziergang

Es war ein sehr emotionales Gefühl, fast alleine über den Platz vor der Basilika zu gehen. Hunderte von Kerzen, die Gläubige tagsüber angezündet hatten, langsam abbrennen zu sehen und die Beleuchtung der Gebäude, liesen mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper laufen.

Die Nacht war absolut ruhig. Am Morgen wurde ich um sieben Uhr vom Glockenspiel geweckt. Kein kraftvolles Läuten. Die Glocken erinnerten mich mehr an ein leichtes fröhliches Kinderlied. Alles in allem, ein gelungener Stop in Fátima, den ich jedem empfehlen kann.

Gegen 10 Uhr bin ich dann den nächsten „großen“ Reisabschnitt angegangen.

30 Kilometer weiter nach Tomar 😉

Einer der Gründe, warum ich schon seit Jahren nach Portugal wollte, ist die Templerburg von Tomar. Vor Jahren hab ich eine Terra X-Doku über die Templer von Portugal gesehen und seit dem wünsche ich mir, die Gegend um Tomar zu besuchen. Und heute war es dann soweit.

Nachdem ich den Stellplatz in Tomar gefunden habe und diesen mal wieder kostenlos nutzen darf inkl. Sanitäranlagen (Komme mir irgendwie vor wie in einer falschen Welt, da in Deutschland für alles kassiert wird.), schnüre ich die Wanderschuhe und mache mich auf zu der ca. 1,5 Kilometer entfernten Burg. Sie ist nicht zu verfehlen, denn sie thront regelrecht über Tomar.

Der Aufstieg geht über einen steilen Weg der mit uraltem Kopfsteinpflaster ausgelegt ist.

Bis in den ersten Vorhof kommt man kostenlos. Für den Innenbereich kostet es 6 € Eintritt.

Der erste Blick nach der Kasse geht direkt auf einen Kreuzgang. Die Sonne scheint durch die vielen kunstvoll gemauerten Rundbögen und in der Mitte des Kreuzganges wächst ein Orangenbaum und ein Zitronenbaum. Steinbänke laden zum verweilen ein.

Leider sind die Beschreibungen alle auf Portugiesisch und Englisch. Aber mit etwas Fantasie und ein paar englisch Grundkenntnissen versteht man es auch. (Denke ich mal).

Faszinierend ist die Kirche. Die kunstvolle Malerei ist noch sehr gut erhalten und, wenn man sich etwas den Kopf verdreht und die Bilder im oberen Teil anschaut, erkennt man die Lebensgeschichte Jesus von der Geburt, seine Taten, die Kreuzigung und die Auferstehung.

Die Klosterkirche von Tomar ist eine sechzehneckige Rundkirche mit einem achteckigen Innenraum, die der Heilig-Grab-Kirche in Jerusalem nachempfunden ist.

Zur Geschichte der Templerburg und dem dazugehörenden Convent

Tomar liegt ziemlich mittig in Portugal, ca. 130 km nördlich von Lissabon. Die Burg- und Klosteranlage erstreckt sich auf sieben Hügeln, wie Rom oder Jerusalem.

Die Burg von Tomar ist eigentlich ein Wehr-Kloster. Im Jahre 1160 wurde mit dem Bau der Burg begonnen. Der Bau wurde vom Kreuzfahrer und Großmeister des Tempelordens Gualdim Pais in Auftrag gegeben, es sollte eine für Araber uneinnehmbare Festung werden. Während der Zeit der Kreuzzüge war die iberische Halbinsel teilweise unter arabischer Herrschaft. Die Burgreste aus der Templerzeit sind für Touristen nur zu kleinen Teilen zugänglich.

Im 13. Jahrhundert gab es in Tomar angeblich auch eine kleine Gemeinschaft weiblicher Templer(innen), die den Namen Santa Maria do Castelho trug. Ich hab ja schon viel über die Templer gelesen und gehört, aber dass es auch einen weiblichen Zweig des Templerordens gab, ist mir ganz neu. Es gab aber tatsächlich reine Frauenklöster, die sich den Templern anschlossen. In Rourell, in Katalonien, wurde die Templerkomturei zeitweise von einer Frau geführt. Frauenklöster der Templer gab es nicht nur in Portugal, sondern auch in Spanien und Deutschland. Den Frauen war es jedoch untersagt, die weiße Ordenstracht zu tragen und in den Krieg zu ziehen.

Der Speisesaal

Als der Templerorden 1312 vom Papst Clemens V. aufgelöst wurde, ging die Burganlage in den Besitz des neu gegründeten Ordens der Christusritter über. Angeblich fanden sehr viele Templer, die nicht auf dem Scheiterhaufen starben, Unterschlupf im Christusritterorden.

1307 und 1310 berief Papst Clemens V. ein Konzil, in dem die Schuld oder Unschuld der Templer bewiesen werden sollte, sie wurden der Ketzerei angeklagt. Beide Konzile stellten die Unschuld des Ordens fest, doch der Papst beugte sich dem Willen des französischen Königs Philipp IV und ließ den Templerorden auflösen. In Frankreich wurden die Templer gefangen genommen, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt, während in Spanien und Portugal gewährten die Könige den Templern Schutz. .