Cóbreces

Gestern dachte ich noch ich bin irgendwo im nirgendwo. Heute nehme ich das alles zurück,

Gestern Abend bin ich noch etwas spazieren gegangen. Und bin mir plötzlich vorgekommen wie in einem Film von Rosamunde Pilcher. Grüne saftige Wiesen und Weiden, steile Klippen und eine schwere Brandung.

Und dann ist in Cóbreces noch eine Ruine die mich schon bei der Ankunft magisch angezogen hat. Beim Einfahren zum Stellplatz sah ich schon diese gotische Kirchenruine.

Gut, dass es den Google Übersetzer gibt der sehr hilfreich bei der Infotafel ist.

Das ehemaliges San Felices San Pedro Kloster wurde im 10. Jahrhundert auf der Jakobineroute der Küste erbaut Das Kloster wurde von den  mittelalterlichen Pilgern genutzt, um Santiago de Compostela zu erreichen. Es bewahrt Elemente dieser mittelalterlichen Vergangenheit. wie die gotische Tür, der Triumphbogen der Apsis mit Kapitellen im Fries mit pflanzlichen und heraldischen Motiven und der Espadana. Im sechzehnten Jahrhundert wurden zwei seitliche Kapellen von San Miguel und San Antonio gebaut. Heute ist der Friedhof der Stadt Cobreces im  Inneren der Ruine. Hier, in Innenhof, gibt ein schönes  Christusabbild, welches in Stein gemeißelt wurde. Dies ist ein Werk von Jesús Otero.

 

 

Cóbreces-Irgendewo im Nirgendwo

150 Kilometer in fast 4 Stunden

Das heißt schon was. Wenig Strecke, langsame Fahrt und dafür fantastische Landschaft.

 

Die Nacht in Gijon war sehr ruhig. Die halbe Nacht hat der Regen gegen das Dach geprasselt und mich tief in den Schlaf gebracht. Gestern Abend bin ich noch im Hafenviertel etwas spazieren gegangen. Aber die Ecke hatte wirklich wenig Flair, so dass ich auch bald wieder zum Wohnmobil tigerte, bevor der Regen wieder einsetzte.

Im Omnia habe ich mir heute das erste Mal Kartoffeln geröstet. Absolut Spitze. Ein Highlight für die Männerküche in dieser Woche. Wenn ich bedenke, dass ich doch schon ein paar Wochen unterwegs bin, muss ich mich doch selbst mal loben. Es klappt super:

Die Stecke die ich heute gefahren bin, hat mich mal wieder richtig von den Socken gehauen. Bis ich aus dem Umland von Gijon raus war, habe ich mein Navi so eingestellt, dass es Autobahnen vermeidet. Es führte mich wieder über traumhaft schöne, auch mit Wohnmobil super zu befahrene,  Straßen. Die Strecken waren alle als Nationalstraßen ausgeschildert. Aber kaum Betrieb auf den Strecken. Landschaftlich ein Mix aus Spanien, Bretagne, Schwarzwald, Österreich und Schottland. Wälder, Berge mit Schnee bedeckt. Küstenstrecken, an denen man die Brandung hören und sehen konnte. Abwechslung pur. Und dann eine Strecke auf der man unter senkrecht herabfallenden Berghängen vorbei gefahren ist.

Der Stellplatz den ich hier angefahren habe, ist vergleichbar mit Ferien auf dem Bauernhof.

Der Hof mit Viehhaltung (Kühe) ist ungefähr 30 Meter neben dem Stellplatz. Der Platz verfügt über eine super saubere Ver.- und Entsorgung. Es gibt saubere Toiletten und Duschen mit warmem Wasser. WIFI ist im Preis von 9 Euro inklusive. Strom kostet 3 Euro extra. Aber mit meinen 180 Watt Solarplatten auf dem Dach, bin ich unabhängig. Bis zum Meer sind es zirka 2 Kilometer. Mal schauen, vielleicht spaziere ich nach dem Essen noch zur Küste. Aber erst muss der Cadac mal wieder seine Arbeit tun.

 

 

 

Ruhetag in Foz

Mal wieder ein Tag nichts tun. OK, außer Wohnmobil sauber machen und kochen. Aber das ist ja so langsam alltägliche Arbeit.

Mal wieder hat sich gezeigt welche starrköpfige deutsche Wohnmobilisten es gibt. Man kennt ja die, welche erst einmal grüßen können, wenn sie wegfahren. Aber die letzte Nacht und den Morgen hat doch jetzt wirklich ein deutsches Paar neben mir gestanden, die konnten nicht einmal beim verlassen des Platzes grüssen. Oh Herr, wo ist der Anstand geblieben?

Egal, man sollte sich nicht über das Benehmen mancher Zeitgenossen ärgern. Aber man darf sich wundern.

Jedenfalls verbringe ich einen ganz ruhigen Tag. Ab 15 Uhr hat meine Handy App Regen gemeldet. Aber der Regen hält sich nicht an die Angaben der App. Es beginnt bereits um 14:30 Uhr zu regnen.

I love my Omnia 😀

Ich backe mir zum Mittagessen ein Calzone und schaue die Winterolympiade. So kann ein Ruhetag auch aussehen.

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Foz

Foz ist ein spanisches Dorf in Galicien an der Atlantik Küste zwischen den Gemeinden Burela und Barreiros.

Ich weiß beim eingeben der Zielkoordinaten nur von die Infos aus der Campercontact App. Und da steht halt drin, dass man gut ,ruhig und sicher stehen kann und die Möglichkeit der Entsorgung besteht.

Als ich ankomme, finde ich eine Wiese auf der man direkt am Hafenbecken stehen kann. Man kann kostenlos entsorgen und auch für nix Wasser auffüllen. Das Hafenbecken scheint versandet und die Boote stehen in einem kleiner Hafenbereich. Das große Hafenbecken wird von Kanufahrer und Badegästen genutzt. Neben dem Stellplatz ist ein Café und eine Tapas Bar.

Nachmittags gehe ich in die Stadt zum Einkaufen und trinke einen Kaffee in einer weniger gemütlichen Bar. Aber der Kaffee ist gut. 

Der Besuch der Tapas Bar wird auf den nächsten Tag verschoben, da ich abends um 20:15 Uhr ein Date mit der ARD habe.

Heute 160 Kilometer über Nationalstraßen gefahren. Die Dörfer entlang der Straße sind verlassen und verfallen. Man sieht, dass hier vor dem Bau der Autobahn bestimmt die Hölle los war. Viele geschlossenen Lokale und Cafés. Die ehemaligen Parkplätze für LKW Fahrer sind verwaist und mit Unkraut überwuchert. So sieht sozialer Wandel aus.

 

Santiago de Compostela

Früh am Morgen starte ich nach Santiago de Compostela. Die komplette Nacht hat es geregnet und der Parkplatz ist ziemlich durchgeweicht. Aber bis Santiago ist es ja nicht weit. Gerade mal 10 Kilometer.

Der „Stellplatz“ in Santiago de Compostela ist ein grosser Busparkplatz. Hier läuft das Regenwasser wie ein Sturzbach in den Gully. Es regnet wirklich unaufhörlich. Ich bezahle die 3 Euro Stellplatzgebühr und mache mich dann mit dicker Jacke  und Regenschirm zu Fuß auf zur Kathedrale von Santiago de Compostela.

😀 Jetzt kann ich auch sagen, dass ich auf dem Jacobsweg gepilgert bin. Also mindestens 2 Kilometer.

Die Fassade der Kathedrale ist auf den spanischen 1,2 und 5 Eurocent Münzen abgedruckt.

Ich bin ganz ehrlich etwas enttäuscht als ich vor der Kathedrale sehe. Sie ist in mitten der Altstadt und die Rua do Vilar stößt direkt auf das Bauwerk. Rund um die Kathedrale findet man einen Souvenirladen neben dem anderen. Jeder verkauft Regencapes, Silberne Kreuz, Pilgerstäbe und Kühlschrankmagnete mit dem Aufdruck diverser Heiligen. Auch gibt es noch Jagd und Käsemesser.

Die Kathedrale ist von innen wirklich so wie man sich katholische Heiligtümer vorstellt. Viele goldene Engel und Sonnen um den Altar in der Mitte der Kathedrale. Für einen Euro kann man eine LED Kerze, die in einer Plexiglasbox steht, anzünden (einschalten). Dann kann man noch in einem kleine Rundgang hinter/über den Altarbereich gehen und der Figur des heiligen Jakobus die Hand auf die Schulter legen oder ihn umarmen. Scheint ein Brauch zu sein dem viele nachgehen.

Was aber wirklich auffällt, sind die vielen Sicherheitsbeamten, die schwarz gekleidet mit Knopf im Ohr in der ganzen Kathedrale rumlaufen. Gegen 12 Uhr findet ein Gottesdienst statt, dem ich gerne noch beiwohnen möchte. Einige Pilger, die scheinbar gerade von der Tour kommen und noch etwas streng riechen sind auch anwesend. Ich ziehe echt den Hut vor denen, die diese Tortur durchgestanden haben.

Anschliessend entscheide ich mich, wie gesagt, etwas enttäuscht, die Stadt Santiago de Compostela schnell wieder zu verlassen. Es regnet immer noch und ich kann mir vorstellen das es schönere Orte gibt , als die Nacht auf einem Busparkplatz zu verbringen.

So starte ich dann auch gleich zu dem nächsten Stellplatz den ich eigentlich erst morgen anfahren wollte, A Coruña.

Die ganze Fahrt über Regen. In A Coruña angekommen, bin ich erst mal wieder überrascht wie groß die Stadt ist. Laut meiner App gibt es 3 Stellplätze. Der erste ist am Meerwasser Aquarium, der aber komplett mit PKW´s belegt ist. Der zweite Stellplatz soll 22 Euro pro Nacht kosten (ist mir aber echt etwas zu teuer für einen Nacht. Der dritte ist direkt am Fuße des Herkulesturm. Der Platz ist leider ziemlich schief, aber mit dem Keilen schaffe ich es doch, den Dicken gerade zu stellen.

Der Herkulesturm gilt als ältester, in Betrieb befindlicher Leuchtturm der Welt. 2009 wurde er zum Weltkulturerbe ernannt.

Abends spaziere ich noch hoch zum Turm. Und es ist wirklich Wahnsinn, wenn man sieht mit welcher Kraft die Wellen gegen die Felsen schlagen und wie hoch die Gicht dann sprüht.

Die Nacht ist sehr ruhig und der Regen ist auch nicht mehr so stark. Der Schlaf kann kommen.