Leben in Bolnuevo

Genießen. Ja, das ist eigentlich die Beschreibung vom Leben in Bolnuevo.

Wobei ich ja erst zwei Wochen hier bin. Für die „richtigen“ Überwinterer die hier teilweise von September bis Ostern auf dem Campingplatz leben, ist es nur eine Wohnsitz Verlagerung.

Man trifft sich morgens auf dem Weg zum Bad, man redet in allen Sprachen, teilweise mit Händen und Füssen oder mit dem Smartphone und Google Translater. Und es klappt. Hier ist nicht nur Europa, hier wird Europa täglich gelebt. Ich liebe es.

Weg von der Heimat und in der Ferne mit anderen mit fremden Menschen zu genießen könnte auch heißen Europa zu leben.

Bei einer unserer Radtour radelten wir an kleinen Siedlung vorbei. Geschützte mit zwei Meter hohen Mauern. An der Einfahrt ein Schlagbaum und Sicherheitspersonal. Ich dachte erst das hier eine Militärische Siedlung wäre. Aber weit gefehlt. Das sind englische Feriensiedlungen. Die Häuser werden teilweise für 40 000 Euro bis 120 000 Euro zum Verkauf angeboten. Man spürt die Panik vor dem Brexit. Wenn ich die Mauern um die Siedlung sehe, habe ich das Gefühl, das viele Briten Europa nie Verstanden haben und das Land wohl nur wegen den Vorzügen des freien Handel der EU beigetreten sind.

Längerer Zwischenstopp

20.01.2019 Ich stehe immer noch in Bonuevo auf dem Campingplatz.

Bei meinen letzten Radtouren habe ich mir eine MÄNNERGRIPPE zugezogen.

Gestern habe ich dann wirklich komplett flach gelegen. Husten, Halsschmerzen, Nase zu und Stimme weg. Also volles Programm. Aber der Ruhetag hat scheinbar gewirkt. Heute morgen scheint es etwas besser zu sein.

Ingo und Heidi kamen gestern noch vorbei um nach mir zu schauen.

Vorgestern war ich noch mit dem Rad zum Einkaufen. Einfach toll an der Strandpromenade vorbei zu radeln. Ich könnte mich dran gewöhnen und hier noch einige Zeit verbringen. Am Nachmittag bin ich dann mit Rad und Drohne in die Hügellandschaft und habe da etwas aus der Luft gefilmt.

In Bonuevo ist auch noch ein grosser Platz auf dem derzeit etwas 20-30 Wohnmobile frei stehen. Wenn es mir besser geht, wäre das noch eine Option um hier noch ein paar Tage zu verbringen. Aber ich denke diese Entscheidung werde ich erst in ein paar Tagen treffen, wenn es mir etwas besser geht.

Heute Nacht hat es dann auch noch etwas geregnet. Ich denke,  dass der Regen sehr notwendig ist. Das Umland ist total ausgetrocknet und man sieht schon Kilometer weit eine Staubwolke, wenn ein Auto über einen Feldweg fährt.

Den ganzen Tag über ziehen Regenwolken über den Platz. Einige Regenschauen kommen runter. Aber es ist trotzdem schön. Nachmittag treffe ich mich mit Jutta, Manfred und Heidi um eine kleine Bar in Bonuevo zu besuchen. Man sitzt vor der auf Bänken. Ein Strohdach schützt vor dem Regen und eine Plexiglasplatte schützt vor dem Wind. Einige Spatzen haben es sich auch unter dem Strohdach bequem gemacht und fliegen ohne Scheu über die Gäste. Die Piepmätze haben sich gänzlichen aufgeplustert. Das Wetter macht auch ihnen zu schaffen.

Die Erkältung scheint etwas abzuklingen. Das Leben hat mich wieder.

Playa de Mazarron

18.01.2019 Die Nacht hat mich geschafft. Am Abend noch topfit ins Bett gegangen. Nach zwei Stunden wieder wach und ich merke schon ein Kratzen im Hals.

Am Morgen sieht die Welt, nach dem Frühstück, wieder etwas besser aus. Die Nase läuft und ich habe Reizhusten. Aber ich werde es überleben. MÄNNERGRIPPE :-0

Bolnuevo

17.01.2019 Der Fahrt, entlang der Küste war landschaftlich sehr angenehm.

Orangenbäume, kleinere und grössere Dörfer werden von der Nationalstraße durchzogen. Die Anwohner können einem schon leid tun.

Nach knapp 200 Kilometer und einem Tankstop habe ich den mit Ingo verabredeten Camping „Playa de Mazarron“ in Bolnuevo erreicht. Es ist gut, dass ich schon so früh in Calpe gestartet bin. Es sind gerade noch 3 Plätze frei.

Ich entscheide mich für Platz 190. Die freien Plätze sind in der Nähe der Tennisplätze und der Ver- und Entsorgung für Wohnmobile.

Bei der ersten Erkundung des Campingplatzes finde ich tolle Sanitäranlagen vor. Der Platz ist direkt am Meer und bis zum Dorf sind es auch nur knapp 300 Meter. Am Dorfrand stoße ich auf einen Freisteherplatz. Hier stehen bestimmt 20 Wohnmobile aller Kategorien. Vom Dickschiff bis zum selbst ausgebauten Kastenwagen. Direkt hinter/neben dem Platz sehe ich eine tolle Felsformation. Die werde ich morgen besteigen und meine Drohne dort starten lassen. Ich werde berichten.

Calpe

16.01.2019 Die Nacht war irgendwie schon wieder ziemlich früh vorbei. Das erste mal werde ich bereits um 5:30 Uhr wach und komme einfach nicht mehr an. Irgendwann scheine ich dann wieder eingeschlafen zu sein. Aber um 7:30 Uhr sagt mir meine innere Uhr , dass ich aufstehen soll. Im  Wohnmobil ist es unangenehm kalt. Beim Blick auf mein Handy, sehe ich dann auch schon eine Nachricht meiner Truma: STÖRUNG. Die Laune singt schlagartig. Passt mal wieder zu einer Nacht die sehr bescheiden ist. Kopfschmerzen, Müdigkeit und dann auch noch eine Störung an der Heizung.

Die Störung ist aber relativ schnell behoben. Ich Trottel hatte die zweite LPG Flasche nicht aufgedreht. Nachdem ich das nachgeholt habe, fließt das Gas auch wieder. Allerdings zündet die Heizung noch nicht. Die Störung steht an der INet Box noch an. Erst versuche ich diese über das  Handy zu reanimieren. Das geht aber nicht. Nur über das Bedienpanel der INet Box kann die Störungsanzeige gelöscht werden. Danach springt die Heizung auch wieder problemlos an.

Kurz vor 10:00  Uhr habe ich mich dann auch schon von allen Bekannten verabschiedet und starte mit Ingo M zur nächsten LPG Tankstelle,  um die Gasflaschen zu füllen. Leider werden an der Repsol Tankstelle keine Flaschen gefüllt. Nur LPG Tanks, signalisiert mir die freundliche Mitarbeiterin der Tankstelle. Kein Problem. Die nächste Tankstelle nimmt unser Geld bestimmt auch gerne. Nach 20 KM ist die Tankstelle auch gefunden. Hier trennen sich dann auch vorerst einmal die Wege von Ingo und mir. Er möchte lieber die kostenpflichtige Autobahn nutzen, während ich doch lieber die National – und Küstenstraße nutze, um mir die Gegend anzuschauen.

Wir verabreden uns in Calpe, wo wir uns einen Stellplatz ausgesucht haben. Trotz, dass ich diese „Gammelstraßen“ genutzt habe, bin ich inklusive meiner Einkäufe noch 5 Minuten vor Ingo in Calpe. Hier sind alle Wohnmobilstellplätze belegt. Wahnsinn, wie viele  Menschen zur Zeit in Wohnmobilen in Spanien Rundreisen. Wir finden einen Campingplatz, den wir anfahren. Die Rezeption ist nicht belegt,. Soll mir eigentlich egal sein. Anmelden und bezahlen können wir auch noch am darauf folgenden Tag.

Der Platz ist nichts besonderes. Kostet für eine Nacht 14 Euro. Sanitär ist in gutem Zustand und sauber. Für mich reicht das aus. Allerdings werde ich mir die Stadt nicht anschauen. Dazu bin ich ehrlich gesagt zu müde.

Morgen geht es weiter zum Campingplatz Bolnuevo.

Aktivurlaub??

Gestern 14.01.2019 hatte ich ja schon einen wirklich aktiven Tag. Morgens mit dem Rad nach Benicàssim. Mittags mit der Drohne am Strand und Nachmittags/ Abends noch bei Waltraud und Peter zum tratschen. Ein Urlaub wie er mir gefällt. Von Langeweile keine Spur. Ist das schon Aktivurlaub???

Heute Morgen wollte ich mit dem Rad in die benachbarte Hügellandschaft von Oropesa. Aber dann fiel die Internetverbindung auf dem Stellplatz aus. Und ohne Internet geht ja gar nichts. Also kurzfristig die Richtung geändert und wieder die stillgelegte Bahnstrecke, die jetzt als Rad und Wanderweg ausgebaut ist,  Richtung Benicàssim.

Im Ort gibt es einen BEEP Laden. Das ist eine Kette, die Elektroartikel vertreibt und die haben diese Simyo Prepaidkarten die sehr gutes und günstiges Internet versprechen .

Der Laden ist, Dank Google Maps, schnell gefunden. Mit meinen ÜBERRAGENDEN Englischkenntnissen und meinem Charme klappt es auch mit der Verständigung und der Verkäufer aktiviert mir die Karte auch gleich noch. Was will man mehr. Man wird halt immer so behandelt, wie man seinen Gegenüber auch behandelt.

Vom Platz nach Benicàssim und zurück sind es dann doch 30 Kilometer. Ich liebe mein E-Bike 🙂

Für einen Parzellen Nachbar bringe ich auch gleich noch zwei Fahrradschläuche mit. Nachdem ich dann meinen Kochlöffel geschwungen habe, wechsle ich mit dem Nachbarn dann noch seine beiden defekten Fahrradschläuche aus. Jeden Tag eine gute Tat, oder zwei. Ich kann sagen, mir geht es gut dabei, anderen zu helfen.