Uwe Weisenseel/ Februar 5, 2018/ Portugal 2018/ 0Kommentare

Gestern Abend bin ich noch einmal los gezogen, um mir die Basilika von Fátima bei Nacht anzuschauen. Es hat sich wirklich gerechnet. Es waren kaum noch Menschen an diesem bezauberndem Platz.

Hier noch eine kleine Fotoshow meines Abendspaziergang

Es war ein sehr emotionales Gefühl, fast alleine über den Platz vor der Basilika zu gehen. Hunderte von Kerzen, die Gläubige tagsüber angezündet hatten, langsam abbrennen zu sehen und die Beleuchtung der Gebäude, liesen mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper laufen.

Die Nacht war absolut ruhig. Am Morgen wurde ich um sieben Uhr vom Glockenspiel geweckt. Kein kraftvolles Läuten. Die Glocken erinnerten mich mehr an ein leichtes fröhliches Kinderlied. Alles in allem, ein gelungener Stop in Fátima, den ich jedem empfehlen kann.

Gegen 10 Uhr bin ich dann den nächsten „großen“ Reisabschnitt angegangen.

30 Kilometer weiter nach Tomar 😉

Einer der Gründe, warum ich schon seit Jahren nach Portugal wollte, ist die Templerburg von Tomar. Vor Jahren hab ich eine Terra X-Doku über die Templer von Portugal gesehen und seit dem wünsche ich mir, die Gegend um Tomar zu besuchen. Und heute war es dann soweit.

Nachdem ich den Stellplatz in Tomar gefunden habe und diesen mal wieder kostenlos nutzen darf inkl. Sanitäranlagen (Komme mir irgendwie vor wie in einer falschen Welt, da in Deutschland für alles kassiert wird.), schnüre ich die Wanderschuhe und mache mich auf zu der ca. 1,5 Kilometer entfernten Burg. Sie ist nicht zu verfehlen, denn sie thront regelrecht über Tomar.

Der Aufstieg geht über einen steilen Weg der mit uraltem Kopfsteinpflaster ausgelegt ist.

Bis in den ersten Vorhof kommt man kostenlos. Für den Innenbereich kostet es 6 € Eintritt.

Der erste Blick nach der Kasse geht direkt auf einen Kreuzgang. Die Sonne scheint durch die vielen kunstvoll gemauerten Rundbögen und in der Mitte des Kreuzganges wächst ein Orangenbaum und ein Zitronenbaum. Steinbänke laden zum verweilen ein.

Leider sind die Beschreibungen alle auf Portugiesisch und Englisch. Aber mit etwas Fantasie und ein paar englisch Grundkenntnissen versteht man es auch. (Denke ich mal).

Faszinierend ist die Kirche. Die kunstvolle Malerei ist noch sehr gut erhalten und, wenn man sich etwas den Kopf verdreht und die Bilder im oberen Teil anschaut, erkennt man die Lebensgeschichte Jesus von der Geburt, seine Taten, die Kreuzigung und die Auferstehung.

Die Klosterkirche von Tomar ist eine sechzehneckige Rundkirche mit einem achteckigen Innenraum, die der Heilig-Grab-Kirche in Jerusalem nachempfunden ist.

Zur Geschichte der Templerburg und dem dazugehörenden Convent

Tomar liegt ziemlich mittig in Portugal, ca. 130 km nördlich von Lissabon. Die Burg- und Klosteranlage erstreckt sich auf sieben Hügeln, wie Rom oder Jerusalem.

Die Burg von Tomar ist eigentlich ein Wehr-Kloster. Im Jahre 1160 wurde mit dem Bau der Burg begonnen. Der Bau wurde vom Kreuzfahrer und Großmeister des Tempelordens Gualdim Pais in Auftrag gegeben, es sollte eine für Araber uneinnehmbare Festung werden. Während der Zeit der Kreuzzüge war die iberische Halbinsel teilweise unter arabischer Herrschaft. Die Burgreste aus der Templerzeit sind für Touristen nur zu kleinen Teilen zugänglich.

Im 13. Jahrhundert gab es in Tomar angeblich auch eine kleine Gemeinschaft weiblicher Templer(innen), die den Namen Santa Maria do Castelho trug. Ich hab ja schon viel über die Templer gelesen und gehört, aber dass es auch einen weiblichen Zweig des Templerordens gab, ist mir ganz neu. Es gab aber tatsächlich reine Frauenklöster, die sich den Templern anschlossen. In Rourell, in Katalonien, wurde die Templerkomturei zeitweise von einer Frau geführt. Frauenklöster der Templer gab es nicht nur in Portugal, sondern auch in Spanien und Deutschland. Den Frauen war es jedoch untersagt, die weiße Ordenstracht zu tragen und in den Krieg zu ziehen.

Der Speisesaal

Als der Templerorden 1312 vom Papst Clemens V. aufgelöst wurde, ging die Burganlage in den Besitz des neu gegründeten Ordens der Christusritter über. Angeblich fanden sehr viele Templer, die nicht auf dem Scheiterhaufen starben, Unterschlupf im Christusritterorden.

1307 und 1310 berief Papst Clemens V. ein Konzil, in dem die Schuld oder Unschuld der Templer bewiesen werden sollte, sie wurden der Ketzerei angeklagt. Beide Konzile stellten die Unschuld des Ordens fest, doch der Papst beugte sich dem Willen des französischen Königs Philipp IV und ließ den Templerorden auflösen. In Frankreich wurden die Templer gefangen genommen, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt, während in Spanien und Portugal gewährten die Könige den Templern Schutz. .

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