Uwe Weisenseel/ Februar 3, 2018/ Portugal 2018/ 0Kommentare

Nach vier Tagen in Peniche, bin ich dann mal heute morgen weiter gefahren. Kurzzeitig war ich ja am überlegen, noch in Peniche zu bleiben, da die Wetter App 5 Grad Temperatur Unterschied zu dem 60 Kilometer entfernten Nazaré meldet. Aber dann habe ich mich doch dazu durchgerungen weiter zu fahren. Falls es wirklich zu kalt sein sollte, habe ich ja noch genug Gas um zu heizen.

Die LPG Gasflasche konnte ich beim Rausfahren aus Peniche noch einmal an einer BP Tankstelle für 0,78 Euro mit 11,07 Liter füllen. Somit bin ich auf der sicheren Seite. Bei der Anfahrt zum Campingplatz entdecke ich in einem Waldstück, ca. 300 Meter neben dem Campingplatz, plötzlich eine extreme Rauchentwicklung und viele wild im Wald parkende PKW´s, Motorräder, Transporter und Wohnmobile. Erst dachte ich, dass dort ein Treffen oder ein wilder Stellplatz wäre. Aber weit gefehlt. Beim Einchecken am Campingplatz frage ich die nette Mitarbeiterin, was das für eine Party ist. Die erzählt mir, dass dies ein traditionelles Fest der Bewohner von Nazaré ist und unter anderem auch die Karnevalszeit einläutet.

Den kompletten Campingplatz Parque de Campismo do Valado mit drei Sanitärgebäuden habe ich für mich allein. Toiletten und Duschen sind Tip Top sauber und das warme Wasser läuft auch. Was möchte man mehr 😀

Der Carado steht dann auch gleich auf den Keilen und ich starte zu dem etwas chaotisch wirkenden Waldfest. UND DAS IST NUR STARK.

Familen und Freunde sitzen auf Campingstühlen , Schemeln und Decken zusammen. Die Feuer mit Pinienholz und Pinienzapfen vernebeln den Wald. Geruchsexplosion! Gegrillter Fisch, ziemlich stramm angebranntes Schweinefleisch und irgendwie aufgebogenes Hühnchen liegen auf offenem  Feuer. Manche fliegende Händler bieten ihre Ware an. Es ist einfach urig.

Beim Schlendern durch das Waldstück komme ich mit einer Gruppe Portugiesen ins Gespräch und sie erzählen mir mehr über das Fest. Eigentlich ist das Fest für den Monte de São Bartolomeu. Auf dem Berg ist eine kleine Kappelle die vom Heiligen S. Brás und S. Bartolomeu sein sollen. 

Natürlich möchte ich diese Kapelle sehen. Sie ist oben auf dem Gipfel der auf 156 Metern Höhe und über eine paar Treppen zu erreichen ist.

Auf dem Weg zu den Treppen findet gerade eine katholischer Gottesdienst statt. Auch mal was anderes, wenn man von der Predigt kein Wort versteht und trotzdem fast alles mitbekommt, was der Priester vor dem liebevoll zusammen gezimmerten Altar predigt.

Nach dem Abendmahl, nimmt der junge Geistliche eine Jesusfigur und geht den steilen Weg zur Treppe. Die Gemeinde folgt und ich denke: „Ok, geh einfach mal mit.“ Die Treppen sind ein  Aufstieg, der jeden zum stöhnen bringt. Die Stufen sind sehr steil und in unterschiedlichen Höhen. Das Geländer besteht aus durchgerosteten Rohren und Stricken aus Plastik. In Deutschland hätte jede Baubehörde diesen Weg geschlossen.

Oben angekommen ist man erst mal außer Atem. Aber man wird von einem großartigen, bezauberndem Panorama überrascht. Hier oben befindet sich ein Wachturm (Wohl zur Feuerwacht) und eine kleine Kapelle, die aus einem kleinen Mittelschiff, einem Hochaltar und einer kleinen Sakristei besteht. Beim Abstieg erfahre ich dann, dass ich gerade an der „weltlichen Wallfahrt nach S. Brás“ teilgenommen habe. Diese findet jedes Jahr am 3. Februar statt und auch dient als religiöser Startpunkt zum Beginn der Feierlichkeiten zum Karneval. Das erklärt auch die Kostümierten im Wald.

 

 

 

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