Capbreton

Die Nacht in diesem kleinen Dorf unweit von Lourdes war klasse. Man hört das leichte Plätschern des Baches der hinter dem Wohnmobil verläuft. Hier und da ein Muhen der Kühe die auf der Wiese nebenan stehen. Sonst Ruhe, richtig Stille. So bin ich dann auch erst um 8:30 Uhr wach geworden. Das Baguette war schnell besorgt. Die 30 Meter bis zum Bäcker konnte ich bei +2 Grad noch in meinen Latschen gehen.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, noch mal das Auto aufräumen und Grauwasser entsorgen.

Die 130 Kilometer nach Capbreton sind schnell gefahren. Am Ortseingang noch einmal bei LIDL mit dem Notwenigsten eindecken und dann fahre ich den schon bekannten Stellplatz direkt an den Dünen in Capbreton an. Es sind bereits ca. 10 -15 Wohnmobile vor Ort. Aber bei der Größe, passen hier locker 150 Wohnmobile hin. Somit kein Platzproblem.

 

Zum Essen, gibt es heute Röstkartoffeln und panierte Putenbrustfilet´s. MANN gönnt sich ja sonst nix.

Und wenn man so gut isst, muss man sich auch bewegen. Der Strand lädt zum Spazieren ein.

Am Abend klopft es dann ganz zart an die Wohnmobiltür. Fast hätte ich es überhört. Im Gegensatz zum letzten Jahr, kommt eine nette Frau und kassiert die Stellplatzgebühr von 10 Euro. Ich denke, der Preis ist etwas überzogen. Wobei, die Infrastruktur (Sanitär, Frischwasser und Platzbeleuchtung) ja auch bezahlt werden muss.

 

Lourdes

Mein Tagesziel: Lourdes

Die Nacht bei der Stierkampf Arena war ruhig. Der Regen prasselte die ganze Nacht auf das Dach. Um 6 Uhr morgens war dann wirklich Schluss mit schlafen. Nach einer guten Dusche und ebenso gutem Frühstück starte ich dann nach Lourdes, 230 km Fahrt. Erst geht es mal Richtung Französische Grenze und dann immer weiter zu den Pyrenäen. Die Landschaft wird immer ländlicher, die Straßen sind oft eng und rundum viel Wald und Felder.

Unterwegs noch etwas einkaufen und bei einer freien Tankstelle noch schnell den Carado waschen. Der hat es wirklich notwendig.

Gegen 14 Uhr komme ich in Lourdes an. Der Stellplatz ist nichts besonderes, aber man steht fast gerade. Bis zu den heiligen Stätten von Lourdes sind es nur ein paar Kilometer, die man locker zu Fuß laufen kann. Die Kathedrale, die kleineren Kirchen und Kapellen sind wirklich sehenswert. Und wie es so ist, rund um die Kathedrale viele Souvenirläden. Von Plastikkanister für das Lourdes Wasser über Rosenkränze, Kerzen und verschiedene Messer gibt es so ziemlich alles. Sogar Seifen und mit verschiedenen Düften und Marienabbild. 

Nach der Besichtigungstour entscheide ich mich doch noch etwas weiter zu fahren. Eigentlich habe ich mir einen Stellplatz bei Pau ausgesucht. Aber auf dem Weg dorthin, fällt mir in dem kleinen Dorf Bénéjacq N 43.19041 W 000.20929, das Schild für einen Serviceplatz für Wohnmobile auf. Also noch ruhiger kann man wohl nicht stehen als in einem kleinen Dorf, abseits der Durchfahrtsstraße. Der Platz ist geteert und absolut eben. Die Ver.- und Entsorgungstation ist sauber und gepflegt. Eine Bäckerei, Metzgerei und Drogerie direkt neben dem Platz. Hier werde ich die Nacht verbringen und morgen 100% ein noch warmen Baguette zum Frühstück genießen.

 

 

 

Zusammenfassung der letzten Tage (Santander-Lekeito-San Sebastian)

Nach dem Aufenthalt in Cobreces bin ich dann weiter nach Santander. Mal wieder eine große Stadt. Der erste Stellplatz den ich angefahren habe, liegt an der Universität und wird auch noch von einigen anderen Wohnmobilisten genutzt. Der Regen fällt immer noch. Trotzdem rappel ich mich auf und schaue mal wo ich was zu Essen bekomme. Dank Google Maps finde ich eine türkisches Restaurant das in der Nähe sein soll. Laut Maps soll ich nach Westen gehen und dann müsste ich das Restaurant nach 800 Meter erreichen. Es geht ziemlich steil bergauf und dann sehe ich plötzlich drei Rollsteigen welche  die Passanten bergauf fahren. Sehr gut für die Menschen mit Gehbehinderungen. Und für mich 😀

Oben angekommen stehe ich zwischen hohen Wohnblocks. Die Wäsche der Bewohner hängt zwischen und an den Hauswänden zum trocknen. Sieht sehr idyllisch aus. Das Restaurant ist eine kleine Dönerbude  und es schmeckt.

Nach dem Döner schlendere ich noch durch das Viertel. Cafés und Kneipen wechseln sich ab. Frauen mit Bierflaschen und Zigaretten in der Hand stehen vor den Kneipen. Also genau so wie ich es mag. Schnell weg.

Ich suche dann einen anderen Stellplatz in Santander und finde einen im Hafen. Der soll 6 Euro kosten. OK, dann fahre ich mal dort hin. Aber der Hafenplatz ist wirklich heftig. Ein hoher Maschendrahtzaun rundum und außer ein paar klappernden Segelbooten ist da nix. Und dann macht mein Handy einen Ton. Christina R. Eine Freundin aus Anjas Schultagen hat ein Foto bei Instagram von mir gelikt. Und, ja, Christina hat jahrelang in Santander gelebt. Sie gibt mir dann den Tip in einen Stadtteil von Santander zu fahren, der wirklich toll wäre und man dort schön spazieren gehen könnte. Also Motor wieder an, Koordinaten eingegeben (Sind die selben wie beim ersten Stellplatz) und ab wieder dorthin. 

Da es mittlerweile anhaltend regnet, entschließe ich mich heute nicht mehr in die Stadt zu gehen.

Auch in der Nacht gibt es keine Regenpause. Aber dafür ist der Morgen dann wieder angenehm und ich spaziere durch einen Park zum Meer. Der Tip von Christina ist wirklich gut. Am Meer ist eine schöne Strandpromenade auf der man schön spazieren gehen kann um Wind und Wellen zu geniessen.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang geht es nun weiter nach Lekeito N43.358480 W2.506240

Den Stellplatz kenne ich noch von meiner letzten Tour. Er ist in einen Hang gebaut und leider nicht ohne Auffahrkeile zu nutzen. Entsorgung und Wasserversorgung sind sauber und gepflegt.

Die komplette Strecke fahre ich wieder über Nationalstraßen die am Meer entlang verlaufen. Es regnet weiter. Die Strecke von ca. 150 Kilometer zieht sich. Landschaftlich schön zu fahren. In Bilbao bin ich froh. dass mein Navi mich super mitten durch die Stadt bringt. Nach Bilbao beginnt dann eine Stecke, die mal wieder an Süd Tirol erinnert. Nach einer Fahrzeit von 5 Stunden sind dann die 150 Kilometer geschafft.

Am Stellplatz lerne ich Rainer kennen. Er ist aus dem Sauerland, auch alleine unterwegs und hat die selbe Tour vor sich, wie ich sie gerade hinter mir habe. Es kommt schon wieder etwas Wehmut auf und der Gedanke, gerade wieder zu drehen und die Tour noch mal zu machen.

Abends spazieren wir noch einmal gemeinsam durch Lekeito und machen noch ein paar Fotos am Hafen.

Die Nacht regnet es mal wieder durch. Aber daran hat sich der Kopf scheinbar so gewöhnt, dass es mir nichts ausmacht und ich bis kurz vor acht schlafe.

Spät am Vormittag verabschiede ich mich von Rainer. Sein Weg geht Richtung Süden und meiner Richtung Norden. Mein heutiges Reiseziel ist San Sebastian. Der Stellplatz den ich heute anfahren werde ist an der Donostia Arena, eine Stierkampfarena N43.297420 W1.969580.

Da heute Dienstag ist und kein Stierkampf angesagt ist, finde ich auch problemlos einen Platz. Im Regen fahre ich auf die Auffahrkeile die hier dringend benötigt werden und mache es wie die meisten Wohnmobilisten der „weißen Flotte“:  Antenne raus und den Tag vorm Fernseher verbringen. Gut. dass noch die olympischen Winterspiele laufen. Da wird es nicht langweilig. Und zwischendurch auch noch mit der Heimat telefonieren, lesen und den Tag genießen.

Cóbreces

Gestern dachte ich noch ich bin irgendwo im nirgendwo. Heute nehme ich das alles zurück,

Gestern Abend bin ich noch etwas spazieren gegangen. Und bin mir plötzlich vorgekommen wie in einem Film von Rosamunde Pilcher. Grüne saftige Wiesen und Weiden, steile Klippen und eine schwere Brandung.

Und dann ist in Cóbreces noch eine Ruine die mich schon bei der Ankunft magisch angezogen hat. Beim Einfahren zum Stellplatz sah ich schon diese gotische Kirchenruine.

Gut, dass es den Google Übersetzer gibt der sehr hilfreich bei der Infotafel ist.

Das ehemaliges San Felices San Pedro Kloster wurde im 10. Jahrhundert auf der Jakobineroute der Küste erbaut Das Kloster wurde von den  mittelalterlichen Pilgern genutzt, um Santiago de Compostela zu erreichen. Es bewahrt Elemente dieser mittelalterlichen Vergangenheit. wie die gotische Tür, der Triumphbogen der Apsis mit Kapitellen im Fries mit pflanzlichen und heraldischen Motiven und der Espadana. Im sechzehnten Jahrhundert wurden zwei seitliche Kapellen von San Miguel und San Antonio gebaut. Heute ist der Friedhof der Stadt Cobreces im  Inneren der Ruine. Hier, in Innenhof, gibt ein schönes  Christusabbild, welches in Stein gemeißelt wurde. Dies ist ein Werk von Jesús Otero.

 

 

Cóbreces-Irgendewo im Nirgendwo

150 Kilometer in fast 4 Stunden

Das heißt schon was. Wenig Strecke, langsame Fahrt und dafür fantastische Landschaft.

 

Die Nacht in Gijon war sehr ruhig. Die halbe Nacht hat der Regen gegen das Dach geprasselt und mich tief in den Schlaf gebracht. Gestern Abend bin ich noch im Hafenviertel etwas spazieren gegangen. Aber die Ecke hatte wirklich wenig Flair, so dass ich auch bald wieder zum Wohnmobil tigerte, bevor der Regen wieder einsetzte.

Im Omnia habe ich mir heute das erste Mal Kartoffeln geröstet. Absolut Spitze. Ein Highlight für die Männerküche in dieser Woche. Wenn ich bedenke, dass ich doch schon ein paar Wochen unterwegs bin, muss ich mich doch selbst mal loben. Es klappt super:

Die Stecke die ich heute gefahren bin, hat mich mal wieder richtig von den Socken gehauen. Bis ich aus dem Umland von Gijon raus war, habe ich mein Navi so eingestellt, dass es Autobahnen vermeidet. Es führte mich wieder über traumhaft schöne, auch mit Wohnmobil super zu befahrene,  Straßen. Die Strecken waren alle als Nationalstraßen ausgeschildert. Aber kaum Betrieb auf den Strecken. Landschaftlich ein Mix aus Spanien, Bretagne, Schwarzwald, Österreich und Schottland. Wälder, Berge mit Schnee bedeckt. Küstenstrecken, an denen man die Brandung hören und sehen konnte. Abwechslung pur. Und dann eine Strecke auf der man unter senkrecht herabfallenden Berghängen vorbei gefahren ist.

Der Stellplatz den ich hier angefahren habe, ist vergleichbar mit Ferien auf dem Bauernhof.

Der Hof mit Viehhaltung (Kühe) ist ungefähr 30 Meter neben dem Stellplatz. Der Platz verfügt über eine super saubere Ver.- und Entsorgung. Es gibt saubere Toiletten und Duschen mit warmem Wasser. WIFI ist im Preis von 9 Euro inklusive. Strom kostet 3 Euro extra. Aber mit meinen 180 Watt Solarplatten auf dem Dach, bin ich unabhängig. Bis zum Meer sind es zirka 2 Kilometer. Mal schauen, vielleicht spaziere ich nach dem Essen noch zur Küste. Aber erst muss der Cadac mal wieder seine Arbeit tun.