Uwe Weisenseel/ Oktober 10, 2017/ Erfahrungen/ 0Kommentare

Auch auf die Gefahr hin, mich sehr unbeliebt zu machen, möchte ich mal was los werden.

Ich (Wir) fahren ja erst seid 2016 mit dem Wohnmobil. Aber wir campen schon seit über 35 Jahren. Somit kennen wir beide Seiten des „Zigeunerleben“.
Wohnmobil contra Reisemobil. Für mich ist unser Wohnmobil sowohl ein Reise- als auch ein Wohnmobil. Ich wohne auf der Reise darin. Einen Campingplatz fahre ich nur an, wenn’s nicht anders geht. Wenn wir nur noch auf Campingplätze müßten, würde ich mein Mobil verkaufen. Die Atmosphäre der 80-90% Dauercamper und die parzellierten Plätze sind eben nicht mein Ding. Meist kriegt man ja auch einen „besonders schönen“ Platz, wenn man nur 2-3 Tage bleiben will . Die schönen freien Plätze werden frei gehalten für Leute die länger bleiben wollen. Trotzdem möchte ich mit dem Wohnmobil nicht nur fahren und übernachten (ist das etwa reisen?) sondern auch mal 1-2-3 Tage stehen und faulenzen oder eine Stadt kennen lernen (Berlin kennen lernen mit einer Übernachtung????). Dann möchte ich auch mal meine Stühle benutzen können oder grillen können. Grillen natürlich nur dort wo’s Anlieger nicht stören kann (ist wie zu Hause mit den Nachbarn). Ab und zu gibt es Stellplätze wo das geht. Niemand regt sich z.B. in Düsseldorf auf, wenn auf dem Stellplatz der Messe Tisch und Stühle benutzt werden. In Südfrankreich habe ich mal einen Platz gesehen, da war für jedes Fahrzeug eine geteerte Bucht, daneben 3-4 Meter Rasen und dann die nächste Bucht. Natürlich hat jeder den Rasen als Vorgarten benutzt, warum auch nicht. Auch auf anderen Plätzen kann man Rasenflächen neben oder hinter dem Fahrzeug nutzen. Ich will nicht wie auf einem Parkplatz eng an eng stehen, so dass ich Angst um meine Fenster haben muss, wenn der Nachbar die Tür aufmacht (da ist der Name Stellplatz wirklich wörtlich genommen worden). Ich erwarte von einem Platz mehr als nur mein Wohnmobilmobil abstellen zu können. Einen guten Wohnmobilmobil-Platz vergleiche ich gern mit einem Yachthafen, dort ist Ver/Entsorgung gegeben, es gibt Duschen und kein Mensch regt sich auf, wenn man auf Deck Kaffee trinkt (ich denke, das ist die Yachtvariante der rausgestellten Stühle). Und bleiben darf man natürlich auch solange man will. Die Yachties haben noch eine positive Eigenschaft: Wenn’s voll wird rücken die zusammen und machen Seite an Seite fest. Bei uns blockiert man 2-3 Stellplätze mit einem Mobil. Von Solidarität ist im Stand trotz aller Winkerei beim Fahren nichts mehr übrig.
Hat sich jemand von euch mal gefragt, warum die Leute das machen? Mir ist die Aussage sind alles „Idioten“ oder sind „Mietfahrzeugfahrer, die sich nicht auskennnen“ zu einfach. Ich meine sie machen es, weil die sogenannten Stellplätze nicht bedarfsgerecht sind. Ihren Bedarf zeigen die Leute durch ihr Verhalten. Wenn immer mehr sich so Verhalten, wird offensichtlich der Bedarf an andersartigen Stellplätzen immer größer. Was schade ist, ist der Egoismus der dabei aufkommt (Hauptsache ich stehe gut), man rückt eben nicht zusammen, wenns voll wird. Aus diesem Grund meide ich inzwischen auch Stellplätze.
Absolut indiskutabel sind natürlich „Molenpinkler“ oder Leute die „frei“ entsorgen. Abgesehen von den Umweltaspekten sind das die Leute, die Schließungen von Plätzen verursachen. Mein Verhalten dann: Nicht reden sondern handeln: Fotoapparat raus und deutlich sichtbar Fotos machen. Die Leute hören sofort auf und fragen was das soll. Antwort „Beweissicherung“. Wenn dann noch eine dumme Bemerkung kommt, gehe ich wirklich zur Polizei. Meiner Meinung nach ist hier viel mehr Zivilcourage von jedem von uns gefordert, statt nur zu lametieren. Ich denke „ich kümmere mich dabei um meinen Kram“. Ich versuche zu verhindern, dass andere Gründe für mehr Reglemtierung der Wohnmobil-Nutzung oder der Schließung von .Wohnmobilplätzen liefern. Leider erfährt man nicht, was draus wird.

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