Step 7 Der Sturm

Auf Grund derWettervorhersagen und diversen Unwetterwarnungen haben wir uns entschlossen den angesagten Starkregen und die Boen von 80 bis 100 Km/h auf dem Campingplatz Torre la Sal Maria auszuharren. Für mich steht fest, dass ich lieber auf abgesichertem Gelände mit anständigens Sanitäranlagen und Einkaufsmöglichkeit stehe, als irgendwo im Nirgendwo, wenn man keinen Stellplatz bekommen sollte. Es sind ja mittlerweile soviel Reisende im Winter unterwegs, dass es doch schon mal knapp wird mit den Stellplätzen. Und gerade, wenn so ein Wetter angesagt ist, denken bestimmt viele so wie ich.

Die Nacht war auf jedenfalls noch ruhig. Es hat etwas geregnet, aber das war alles normal.

 

Gegen 15 Uhr sah ich dann, dass die ersten Reihen des Platzes bereits 15- 20 cm unter Wasser stehen. Hastig werden dort die Vorzelte leer geräumt. Die ersten Autos werden umgesetzt und in Sicherheit gebracht. Noch bin ich ruhig. Aber bevor die Dunkelheit einbricht möchte ich eine Entscheidung treffen.

16:30 Uhr

OK, ich bin dann mal lieber etwas vorsichtiger. Bevor in der Nacht das grosse umpacken startet, fahre ich doch lieber jetzt schon mal raus. Bei den Voraussetzungen kann man eh nicht ruhig schlafen. Ich räume dann lieber noch solange es hell ist. Also, schnell den Strom abziehen und runter vom Platz. Ich glaube auf diesen Startschuss haben einige andere auch gewartet. Denn auch die setzen sich jetzt in Bewegung und bringen auch ihre Autos in Sicherheit.

Nun stehe ich vor dem Campingplatz, neben der ehemaligen Stierkampfarena auf einer befestigten Seitenstraße. Der Wind bläst echt heftig. Aber das Wasser läuft unter mir ab.

Den Campingplatz habe ich schon bezahlt. Somit können wir die Nacht in Ruhe im wackelnden Auto verbringen und morgen, wenn der Wind nachgelassen hat, gemütlich weiter in den Süden fahren.

Es war eine gute Entscheidung. Die ganze Nacht hat es ziemlich stark geregnet und gestürmt. Immer mehr Wohnmobile verlassen die überschwemmten Campingplätze. Claudia und ich haben uns in der Seitenstraße niedergelassen. Der Sturm schüttelt das Wägelchen die ganze Nacht. Aber hier läuft wenigstens das Wasser ab und wir brauchen keine Angst zu haben, das wir absaufen.

Um 8 Uhr bin ich dann soweit, um in den kleinen Laden gegenüber des Campingplatzes zu gehen. Aber da komme ich nicht hin. Auf der Straßen steht das Wasser ca. 20 Zentimeter hoch. Die Polizei ordnet den Verkehr der flüchtenden Wohnmobilisten. Der Platz auf dem ich gestern noch stand ist 20 Zentimeter überschwemmt.

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